Der Außenhandel

Eine der ältesten Traditionen der Menschheit

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Eine Historie zu den Exportbestimmungen in andere Länder – und was der Bernstein damit zu tun hat.

Text: Anne Kietzmann

Wer kennt ihn nicht? Den honiggelb leuchtenden Schmuckstein, mal klar, mal undurchsichtig. Manchmal mit Einschlüssen: Insekten, Tannennadeln oder ein Stück „Irgendwas“. Heute wissen wir, es handelt sich um fossile Harztropfen, die viele Millionen Jahre alt sind. Die Einkapselungen nennt man Inklusen. Neben Wasserstoff und Sauerstoff besteht der Bernstein größtenteils aus Kohlenstoff. Weltweit sind zirka 200 Bernstein-Fundorte gelistet – dazu zählt auch der Ostseeraum, wo die Baltische Bernsteinart vorkommt.

Bernstein – Das Gold des Nordens

Noch immer kann man Bernstein an der Ostseeküste zu bestimmten Zeiten, Wetterlagen und Windrichtungen finden, wie z.B. an den Stränden der Insel Poel, Boltenhagen, dem Darß oder Usedom. Aktuell ist der Bernstein gefragter denn je. Außergewöhnliche Exemplare sind mit bis zu 150 Euro pro Gramm teurer als dieselbe Menge Gold. Vor allem in asiatischen und arabischen Ländern erfreut er sich einer besonderen Beliebtheit, worin sich wohl die hohe Preisentwicklung begründet. Im Baltikum wird das Relikt aus der Erdneuzeit industriell abgebaut.

Bernstein - seit dem Neolithikum eines der wertvollsten Tausch- und Handelsgüter sowie begehrtes Material für die Schmuckherstellung (Foto: Fotolia/torook)

Bernstein – seit dem Neolithikum eines der wertvollsten Tausch- und Handelsgüter sowie begehrtes Material für die Schmuckherstellung. (Foto: © torook – stock.adobe.com)

Ein Luxusgut – umwoben von Mythen und Märchen – und eine uralte Währung

Seit Jahrtausenden weckt der Bernstein die Phantasien der Menschen und das Verlangen, einen solchen Schatz besitzen zu wollen. Bis in unsere heutige aufgeklärte Zeit wird ihm eine heilsame Wirkung bei Hautkrankheiten und Zahnschmerzen nachgesagt. Kleinkindern soll eine Bernsteinkette beim Zahnen helfen.

Schon in der Antike war Bernstein ein gefragtes Handelsgut. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde in europäischen Fürsten- und Königshäusern der Bernstein für repräsentative Zwecke genutzt. Das weltberühmte – und seit 1945 verschollene – preußische Bernsteinzimmer aus dem 18. Jahrhundert beschäftigt moderne Schatzsucher und Kunsthistoriker gleichermaßen.

Handelsvertreter der Antike

Aus dem antiken Ägypten, aus Griechenland oder dem fernen Orient machten sich unerschrockene Männer auf den mühsamen Weg in den feuchtkalten und unberechenbaren Norden, um die Tränen der Götter in ihre Heimat zu bringen. Dort zierten sie die Körper schöner Frauen, oder schmückten die Paläste der Reichen und Edlen. So fand man unter den Schätzen, die man 1922 im Grab des ägyptischen Pharao Tutanchamun (1332 bis 1323 v. Chr.) entdeckte, einen Skarabäus aus baltischem Bernstein.

Wenige Ortsansässige kannten sichere Passagen über die Berge. (Foto: Fotolia/driendl)

Wenige Ortsansässige kannten sichere Passagen über die Berge. (Foto: © driendl – stock.adobe.com)

Handelswege von damals – kein Vergleich zu den Autobahnen von heute

In der Bronzezeit und der Antike war Europa durchzogen mit Bernsteinstraßen. Diese Routen, die sogenannten „Altwege“, waren lebensgefährlich. Nur wenige Einheimische kannten sichere Passagen über die Berge. Für Geld, Gold oder Geschmeide führten sie die Händler aus dem Süden über die schwierigen Gebirgspfade. Man vermutet, dass der Name des Alpenpasses Brenner vom Brennstein – also Bernstein – abgeleitet worden ist. Der Seeweg über das Mittelmeer war nicht weniger gefährlich. Viele Handelsfahrende, die diese Route wählten, sahen ihre Heimat nie wieder, sondern fielen den Fluten zum Opfer.

Noch immer kann man Bernstein an der Ostseeküste zu bestimmten Zeiten, Wetterlagen und Windrichtungen finden, wie z.B. an den Stränden der Insel Poel, Boltenhagen, dem Darß oder Usedom. (Foto: Fotolia/hjschneider)

Noch immer kann man Bernstein an der Ostseeküste zu bestimmten Zeiten, Wetterlagen und Windrichtungen finden, wie z.B. an den Stränden der Insel Poel, Boltenhagen, dem Darß oder Usedom. (Foto: © hjschneider – stock.adobe.com)

Beschwerliche Wege benötigen gute Ratgeber und zuverlässige Wegweiser

Mitteleuropa vor 3500 Jahren war rau und feindselig – überzogen von undurchdringlichen Wäldern, in denen Bären, Wölfe und eingeborene Völker lebten und jagden. Damals waren die Wege die großen Herausforderungen des grenzüberschreitenden Warenverkehrs. Heute sind es die sich stetig ändernden Prozesse: Zollbestimmungen, Gesetzgebung und unzählige Regulierungen. Wegweiser des 21. Jahrhunderts findet man vorrangig in der Fachliteratur. Der Formularverlag CW Niemeyer ist der Herausgeber eines der bekanntesten Nachschlagewerke für den deutschen Außenhandel – in diesem Jahr in der 111. Auflage erschienen.

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